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Kathedrale Saint-Etienne

Kathedrale Saint-Etienne

Um 1130 entscheidet sich der Erzbischof Henri Sangllier die alte Kathedrale des X. Jahrhunderts durch einen grandiosen, einem der Wichtigkeit der Stadt Sens würdigen Bau zu ersetzen. In einer Zeit, wo sich überall romanische Bauten erheben, beauftragt Henri Sanglier einen innovativen Architekten, der ein revolutionäres Konzept mit einem Kreuzrippengewölbe vorschlägt. 

So entsteht eine weitläufige Kathedrale, welche sich aus einem Hauptschiff und zwei Seitenschiffen zusammensetzt. Der Bau ist erst mit der Errichtung der Westfassade zu Beginn des XIII. Jahrhunderts beendet. Zwischen 1490 und 1517 unternimmt man im hochgotischen Stil den Bau eines großen Querschiffes, der einem wichtigen Pariser Baumeister, Martin Chambiges, anvertraut wird.

Wie Viktor Hugo schreibt: Die Kathedrale von Sens „ist die komplizierte Kunst der Geschichte“.

 

Die Kirchenfenster: Die Lehre vom Licht

Die Kathedrale von Sens besitzt eine Abfolge von Glasfenstern, die es erlaubt, die Geschichte der Glasmalerei vom XII. bis zum XIX. Jahrhundert zu erforschen.

Die Glasfenster des Querschiffes, insbesondere die beiden Rosetten, das Jüngste Gericht (Süd) und das himmlische Konzert (Nord), im ausgehenden Mittelalter zwischen 1500 und 1530 errichtet, bilden eine seltene Einheit.

Die vier ältesten Glasfenster befinden sich im nördlichen Chorumgang und sind vergleichbar mit denjenigen von Chartres oder Bourges: der heilige Samariter, der Heilige Eustache, der Heilige Thomas Becket und die Geschichte vom verlorenen Sohn.

Aufgepasst!

Wenn sie gut hinschauen so bemerken Sie zwischen zwei kleinen Säulen des ersten nördlichen Pfeilers einen kleinen Kopf. Diese legendäre Figur, genannt „Jean du Cognot“, scheint Pierre de Cugnières zu sein, Ratgeber von Philippe de Valois und Advokat. Er befand sich inmitten eines Streites zwischen dem Erzbischof und dem König. Die Domherren machten es sich zur Gewohnheit brennende Kerzen auf dem steinernen Kopf zu löschen. Umgangssprachlich sagt man, wer diesen Kopf nicht gesehen hat, hat die Kathedrale nicht gesehen.

Die große Orgel

Die große Orgel der Kathedrale wurde im Inneren des Westflügels zwischen 1722 und 1734 errichtet und 1991 restauriert. Ihr Baustil verleiht vor allem klassischer Musik aus dem XVII. und XVIII. Jhdt. einen beeindruckenden Klang.

 

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Das ganze Jahr von 8:30 Uhr bis 18 Uhr geöffnet, außer sonntagmorgens